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Collage: Elena Thoma

Addio Amor

Eine Theaterproduktion mit namhaften Schauspieler*innen aus der Schweiz, die das Alt-Sein im Theater und in unserer Gesellschaft zum Thema hat. Angeregt auch durch die Diskussionen in der Corona-Zeit zeigen wir eine Gruppe von gealterten Bühnenkünstler*innen auf verlorenem Posten, weggesperrt von der Gesellschaft in einer krisenhaften Situation, auf sich selbst, ihre Kunst und ihre Erinnerungen zurückgeworfen. Abschied und Tod rufen die Kräfte des Lebens hervor – die Auferstehung einer Risikogruppe im Geist der Hoffnung und des Trotzes, mit der Kraft des unsterblichen Wortes und der ewigen Musik.

Die Angst vor Vereinsamung im Alter und einer Spaltung der Gesellschaft, wie auch der Verlust an Vertrauen in die Solidarität der Generationen werden auch nach der Pandemie ein ernsthaftes Problem bleiben. Mit einem tiefgründigen, bewegenden und unterhaltsamen Diskurs wollen wir das Theater einbeziehen in diese wichtige gesellschaftliche Auseinandersetzung.

Die Idee

Die Situation ist klar und kommt uns irgendwie vertraut vor: Lockdown! Eine Gruppe von Alten lebt bewacht und von der Außenwelt abgeschnitten in der Pension s`Cabaret. 

Der Abend durchläuft drei grundlegende emotionale Zustände, die das Klima bestimmen: Resignation, Wut und Aufbegehren und schließlich die Leichtigkeit und Heiterkeit derer, die nichts mehr zu verlieren haben.

In der Kommunikation miteinander, im Kampf und in der Annäherung durchleben die Figuren noch einmal kostbare, lustvolle, schicksalshafte und schmerzhafte Stationen ihres Lebens. Sie nehmen nochmals Zuflucht zur Kunst, zur Kraft des Wortes und der Musik, um sich und uns den Abschied zu ermöglichen, das Loslassen vom Vertrauten und Bekannten.

Was bringt uns Menschen dazu, immer weiterzumachen? Was bleibt von einem langen Leben? Woran lohnt die Erinnerung? Und: Was können die alten Gaukler beitragen zu einer Welt, die ihnen immer fremder wird? Was können wir lernen von den Zeugen unserer eigenen Vergangenheit, die uns fremd geworden ist?

Die junge Sicht

Im Bereich der Ästhetik arbeiten wir mit dem Team «Die junge Sicht». Die Produktion wird von jungen Menschen, die ein anderes Lebensgefühl und ein anderes künstlerisches Empfinden mitbringen, begleitet und mitgestaltet. Ihre Aufgabe ist es auch, das Gesehene aus ihrer Sicht, aus ihrem Erleben heraus zu hinterfragen, zu spiegeln.

Dieser Generationen-Austausch soll auf künstlerischer Ebene auf beiden Seiten den Horizont erweitern, Themen auf ihre Bedeutung befragen und neue Gestaltungs-Elemente in die Inszenierung einbringen.

"Ne me quitte pas"

Urs Bihler